Seit der offiziellen Inbetriebnahme in Gera-Langenberg nach fünfjähriger Planungs- und Bauzeit versorgt die TWS-Fernwärmeanlage 800 Bestandswohnungen der Genossenschaft Neuer Weg zuverlässig mit Wärme und Warmwasser. Die Kombination aus BHKW, Erdgaskesseln, Großwärmepumpen und Power-to-Heat gewährleistet hohe Versorgungssicherheit. Pro Jahr werden circa 6,5 GWh Wärme erzeugt, 5,6 GWh Strom ins Netz eingespeist und 500 Tonnen CO2 vermieden. Bis 2028 ist der Ausbau auf 1200 Wohneinheiten geplant. Die Anlage positioniert Gera-Langenberg als Vorreiter.
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Projekt liefert stabile Fernwärmeversorgung für 800 Bestandswohnungen in Gera

Innovative Kraft-Wärme-Kopplungsanlage und regenerative Fernwärme (Foto: TEAG Thüringer Energie AG)
Mit der heutigen offiziellen Inbetriebnahme beendet TWS nach fünf Jahren Planungs- und Bauzeit die Errichtung der Fernwärmeversorgung im Gera-Langenberger Wohngebiet. Über das neu geschaffene Verteilnetz werden 800 genossenschaftliche Wohnungen der Wohnungsgenossenschaft „Neuer Weg“ mit Wärme und Warmwasser versorgt. Die moderne Infrastruktur ersetzt dezentrale Heizsysteme, erhöht Versorgungssicherheit und Betriebseffizienz und bildet zugleich eine zukunftsfähige Basis für geplante Erweiterungen auf zusätzliche Wohneinheiten im Rahmen kommunaler Wärmeplanung. fördert nachhaltig Klimaschutz sowie lokale Wertschöpfung.
Kraft-Wärme-Kopplungssystem erreicht aktuell beeindruckenden Gesamtwirkungsgrad weit über gängigen Werten
Die im System integrierte Kraft-Wärme-Kopplung umfasst ein motorisch betriebenes BHKW mit einer elektrischen Leistung von 1,55 Megawatt und einer thermischen Leistung von 1,60 Megawatt, zwei gasbefeuerte Kessel mit jeweils zwei Megawatt thermischer Kapazität, vier Großwärmepumpen mit jeweils einem Megawatt Ausgangswärme sowie einen 500-Kilowatt-Elektrokessel. Durch optimierte Lastverteilung wird ein überdurchschnittlicher Gesamtwirkungsgrad erzielt und jährlich etwa 5,6 GWh Überschussstrom ins öffentliche Netz eingespeist. Die Anlage gewährleistet zudem eine hohe Verfügbarkeit und Betriebssicherheit.
Umgebungsluft als Wärmequelle und P2H-Anlage sorgen für dezentrale Heizflexibilität
Die Integration von vier Luft-Wärmepumpen ermöglicht es, kalte Außenluft als kostenlose, regenerative Wärmequelle zu nutzen, wodurch der Brennstoffverbrauch spürbar sinkt. Eine Power-to-Heat-Komponente wandelt darüber hinaus verfügbaren Strom aus dem öffentlichen Netz direkt in Nutzwärme um, ohne fossile Rückspeisung. Durch dieses Zusammenspiel entsteht eine anpassungsfähige Wärmeversorgung, die bedarfsorientiert auf Marktpreisentwicklungen und Stromüberschüsse aus erneuerbaren Energien reagiert und die Versorgungszuverlässigkeit verbessert. Gleichzeitig werden Lastspitzen abgefedert, Energieeffizienz maximiert sowie Betriebs- und Wartungskosten langfristig gesenkt.
Geplante Wärmeversorgungserweiterung wird künftig Schulen, Kitas und Eigentümergemeinschaften einbinden

Innovative Kraft-Wärme-Kopplungsanlage und regenerative Fernwärme (Foto: TEAG Thüringer Energie AG)
Im Zuge der kommunalen Wärmeplanung hat TWS-Geschäftsführer Rico Bolduan die Erweiterung des Wärmenetzes konkretisiert. Geplant ist eine Erhöhung der Anschlusszahl auf rund 1.200 Haushalte bis 2028. Das Vorhaben berücksichtigt eine modulare Infrastruktur, die später auch Bildungseinrichtungen wie Schulen und Kindergärten sowie mehrere Wohn- und Eigentümergemeinschaften in das Fernwärmesystem der Stadt Gera integriert. Dieses Modellprojekt soll als richtungsweisendes Beispiel für künftige dezentrale Wärmeversorgungsinitiativen dienen und gleichzeitig hohe Energieeffizienz sowie Nachhaltigkeitsziele erfüllen.
Zeitraum für Projektumsetzung: Planung und Bauabschnitte 2021 bis 2026
Zahlen und Fakten zu Leistung: BHKW, Wärmepumpe, Elektrokessel, Gaskessel
Die modulare Heiztechnik fügt ein Blockheizkraftwerk mit 1,55 MW elektrischer Leistung und 1,60 MW thermischer Abgabe, eine Wärmepumpe mit 1,0 MW thermischer Kapazität, einen Elektrokessel mit 500 kW Wärmeleistung sowie zwei Gaswärmekessel je 2 MW thermischer Leistung zusammen. Durch intelligente Steuerung kann jede Einheit einzeln eingesetzt oder parallel betrieben werden, um unterschiedliche Lastprofile abzudecken, den Netzwerkdruck stabil zu halten und die Anlagenverfügbarkeit zu maximieren. Gleichzeitig verbessert das System die Gesamtenergiebilanz.
Fernwärmeversorgung bietet jetzt zuverlässige Kapazität für insgesamt 1.300 Wohneinheiten
Regionale Klimaziele erreicht TWS durch innovative Kombination effizienter Technologien
TWS ergänzt Portfolio um effizienten Druckluft und industriellen Stickstoffservice
Mit 100-prozentiger Zugehörigkeit zur kommunalen TEAG Thüringer Energie AG, deren Hauptsitz in Rudolstadt liegt und die einen Betriebszweig in Erfurt unterhält, agiert die Thüringer Wärmeservice GmbH als umfassender Anbieter klimaneutraler Energiedienstleistungen. TWS entwickelt, errichtet und betreibt Anlagen für Wärme- und Stromerzeugung, inklusive Kälte- und Drucklufterzeuger sowie Stickstoffinstallationen. Die Angebote richten sich an Wohnungswirtschaft, gewerbliche Kunden und kommunale Träger, stets mit Fokus auf Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit. Dabei setzt auf Digitalisierung.
TWS setzt Meilenstein mit skalierbarer, nachhaltiger Fernwärmeversorgung und CO2-Einsparung
Die hochmoderne Kraft-Wärme-Kopplungsanlage in Gera-Langenberg vereint effizientes Blockheizkraftwerk, Erdgaskessel, vier Großwärmepumpen und einen Elektrokessel zu einem flexiblen Wärmeerzeugungssystem. Überschüssiger Strom aus regenerativen Quellen wird per Power-to-Heat umgewandelt oder ins öffentliche Netz eingespeist. Dieses Zusammenspiel reduziert den Primärenergieverbrauch, sorgt für stabile Fernwärmepreise und senkt den CO2-Ausstoß um rund 500 Tonnen jährlich. Bis 2028 ist die Anbindung von insgesamt 1.200 Wohnungen sowie kommunalen Einrichtungen geplant. Konzept dient als Blaupause für nachhaltige Wärmeversorgungslösungen.

